Kalibrieren
Kalibrieren bezeichnet in der Blechumformung das gezielte Nachschlagen oder Stauchen einzelner Radien, Kanten oder Flanschbereiche in einer Folgeoperation, um die Maß- und Formgenauigkeit eines bereits gezogenen Bauteils einzuengen.
Wirkprinzip
Anders als beim Ziehen wird beim Kalibrieren keine neue Grundform erzeugt, sondern örtlich hoher Druck in einen begrenzten Bereich eingeleitet, etwa in einen Biegeradius oder eine Stufenkontur. Dadurch wird der elastische Spannungsanteil im Querschnitt abgebaut oder überdrückt, sodass der Radius schärfer ausgeprägt wird und nach dem Öffnen des Werkzeugs weniger stark ausfedert.
Grenzen in der Planung
Kalibrieren wirkt nur dort zuverlässig, wo die Abweichung aus einem eng begrenzten Biegebereich stammt. Großflächige Wölbungsfehler oder Verwindungen, die aus dem Eigenspannungszustand des gesamten Bauteils herrühren, lassen sich durch örtliches Nachdrücken kaum korrigieren; nach dem Entlasten tritt die Rückfederung erneut auf. Solche Abweichungen müssen bereits in der Ziehanlage über die Spannungsverteilung und die Vorhaltegeometrie der Wirkfläche abgefangen werden.
Verwandt: Rückfederung · Wirkfläche