Fehlerbilder und Phänomene
Die typischen Fehlerbilder der Blechumformung folgen unmittelbar aus dem Spannungs- und Dehnungszustand im Material. Lage und Ausprägung eines Befundes zeigen deshalb meist direkt, an welcher Stelle der Prozessführung angesetzt werden muss.
Zwei Grenzen, ein Fenster
Die meisten Umformfehler lassen sich auf zwei gegenläufige Ursachen zurückführen. Zugspannung über die Grenze hinaus führt zu örtlicher Einschnürung und schließlich zum Riss. Druckspannung in der Blechebene führt dazu, dass das Material ausweicht und Falten bildet.
Weil die Maßnahmen gegen das eine Bild das andere begünstigen, lässt sich ein Umformprozess nicht auf eine der beiden Seiten hin optimieren. Er wird in das Fenster zwischen beiden gelegt. Wie breit dieses Fenster ist, entscheidet über die Robustheit des Prozesses in der Serie.
Die Rückfederung steht daneben: Sie ist kein Versagen, sondern elastische Rückverformung und tritt auch bei einem fehlerfrei gezogenen Teil auf.
Die Phänomene
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Rückfederung
Die elastische Formänderung nach dem Entlasten des Bauteils und warum sie die Maßhaltigkeit von Blechteilen bestimmt.
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Reißer
Örtliches Versagen des Blechs durch Überschreiten der Formänderungsgrenze und die Stellgrößen, die in der Planung betrachtet werden.
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Falten
Faltenbildung im Flansch und in der Zarge – Entstehung durch Druckspannungen und planerische Gegenmaßnahmen.
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Einfallstellen
Flache Abweichungen in Sichtflächen, die oft erst nach dem Beschneiden oder Fügen auffallen.
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Grenzformänderungsschaubild
Das Grenzformänderungsschaubild als Darstellung der Formänderungsgrenzen eines Blechwerkstoffs und seine Verwendung in der Bewertung.
Verwandte Bereiche
- Ziehanlage – die Stellhebel gegen Falten und Reißer
- Blechwerkstoffe – wie die Werkstoffwahl das Prozessfenster verschiebt
- Methodenplanung – wogegen geplant wird
Wie sich diese Phänomene vorab berechnen lassen, behandelt die Schwesterseite tiefziehsimulation.de. Diese Seite befindet sich noch im Aufbau.