methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Einfallstellen

Einfallstellen sind flache, großflächige Abweichungen in Sichtflächen. Sie sind so geringfügig, dass sie sich kaum messen lassen, und fallen trotzdem sofort auf, sobald Licht über die lackierte Fläche streift.

Warum sie so schwer zu fassen sind

Anders als Reißer oder Falten ist eine Einfallstelle kein Versagen. Das Bauteil ist vollständig, maßlich oft innerhalb der Toleranz und funktional einwandfrei. Beanstandet wird es trotzdem, weil die Fläche nicht gleichmäßig aussieht.

Das menschliche Auge erkennt Unstetigkeiten in einer Spiegelung sehr viel feiner, als eine übliche Maßprüfung sie erfasst. Eine Abweichung, die in der Messung unauffällig bleibt, kann in der Spiegelung deutlich sichtbar sein. Deshalb wird nicht gemessen, sondern optisch geprüft: mit Streiflicht, mit Spiegelrastern oder durch Abziehen der Fläche mit einem Schleifstein, der nur die Erhöhungen berührt.

Wo sie auftreten

Es gibt Stellen, an denen sie fast regelmäßig entstehen:

Die Ursache

Im Kern ist eine Einfallstelle eine örtlich ungleiche Rückfederung. Benachbarte Bereiche federn unterschiedlich weit zurück, weil sie unterschiedlich vorgespannt oder unterschiedlich steif sind. Die Fläche bleibt stetig, aber ihre Krümmung ändert sich sprunghaft – und genau darauf reagiert die Spiegelung.

Was die Planung dagegen tun kann

Gemeinsam ist diesen Wegen, dass sie früh greifen müssen. Im Try-out bleibt vor allem das örtliche Nacharbeiten der Wirkfläche – aufwendig, weil jede Änderung erst nach dem nächsten gezogenen Teil beurteilt werden kann.

Wie sich Flächenabweichungen dieser Größenordnung vorab beurteilen lassen, behandelt die Schwesterseite tiefziehsimulation.de. Diese Seite befindet sich noch im Aufbau.

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Weiterführende Literatur