Try-out
Try-out bezeichnet die Erprobungs- und Einarbeitungsphase eines Umformwerkzeugs zwischen seiner Fertigstellung und der Freigabe für die Serie. In ihr wird aus einem gebauten Werkzeug ein Werkzeug, das brauchbare Teile liefert.
Was dort geschieht
Das Werkzeug wird in eine Presse eingebaut und es werden Teile gezogen. Diese werden vermessen und beurteilt; aus den Abweichungen ergeben sich Änderungen am Werkzeug. Typisch sind das Tuschieren der Flächen, das Anpassen der Ziehsicken und das Nacharbeiten der Wirkflächen.
Verhältnis zur Simulation
Die Umformsimulation hat den Try-out stark verkürzt, weil sich die meisten Probleme heute vorher erkennen lassen. Ersetzt hat sie ihn nicht. Das Modell kennt weder die Fertigungsabweichungen des gebauten Werkzeugs noch die genaue Charge des eingesetzten Werkstoffs, und es bildet die Presse nur vereinfacht ab.
Rückwirkung auf die Planung
Befunde aus dem Try-out fließen in die Methodenplanung zurück – nicht nur für das laufende Werkzeug, sondern als Erfahrung für die nächsten. Diese Rückkopplung ist der Grund, warum Planung und Werkzeugbau organisatorisch eng beieinander liegen.
Verwandt: Tuschieren · Methodenplanung