methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Tuschieren

Tuschieren bezeichnet das Prüfen und Einarbeiten der Werkzeugflächen anhand ihres Tragbildes. Auf eine Fläche wird Tuschierfarbe aufgetragen, das Werkzeug geschlossen und am Abdruck abgelesen, wo die Flächen tatsächlich tragen und wo nicht.

Wozu

Zwei gegeneinander arbeitende Werkzeugflächen berühren sich nie auf Anhieb gleichmäßig. Ungleicher Traganteil bedeutet ungleiche Pressung: Das Blech wird an manchen Stellen zu stark geklemmt, an anderen gar nicht. Die Fehler am Bauteil wirken dann wie eine falsche Presseneinstellung, obwohl die Ursache im Werkzeug liegt.

Besonders wichtig ist das an der Niederhalterfläche, weil dort die Niederhalterkraft gleichmäßig eingeleitet werden muss.

Ablauf

Tuschiert wird im Wechsel: auftragen, schließen, Abdruck beurteilen, die tragenden Stellen zurücknehmen, erneut prüfen. Je nach Bauteilgröße sind zahlreiche Durchgänge nötig. Die Arbeit erfolgt überwiegend von Hand und gehört zu den zeitaufwendigsten Schritten im Try-out.

Die Simulation hat den Umfang verringert, aber nicht ersetzt: Sie sagt voraus, wo Pressung zu erwarten ist, kennt jedoch die tatsächliche Fertigungsabweichung des gebauten Werkzeugs nicht.

Verwandt: Wirkfläche · Try-out

Weiterführende Literatur