Niederhalterkraft
Niederhalterkraft bezeichnet die Kraft, mit der der Niederhalter den Blechflansch beim Ziehen gegen den Ziehring presst. Sie verhindert, dass das Blech aus der Ebene ausweicht, und bremst über die dabei entstehende Reibung den Materialeinzug.
Wirkung
Die Kraft wirkt flächig auf den gesamten Flansch und ist damit die grobe Stellgröße des Ziehprozesses. Ist sie zu gering, bildet das Blech Falten; ist sie zu hoch, fließt zu wenig Material nach und das Bauteil reißt. Eine örtlich unterschiedliche Rückhaltung lässt sich mit ihr allein nicht erreichen, dafür sind Ziehsicken da.
Erzeugung
Je nach Bauart stammt die Kraft aus Federelementen im Werkzeug oder aus einem Ziehkissen der Presse. Beim Ziehkissen lässt sie sich über den Hub steuern und am Pressenpult verändern, ohne das Werkzeug zu öffnen. Das macht sie zur ersten Stellschraube, wenn ein Bauteil Falten oder Reißer zeigt.
Keine übertragbare Größe
Welche Kraft ein konkretes Bauteil braucht, hängt von Flanschfläche, Blechdicke, Werkstoff, Schmierung und Oberflächenzustand ab. Angaben aus einem anderen Werkzeug lassen sich nicht übernehmen; ermittelt wird sie über die Simulation und im Try-out.