methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Ziehverhältnis

Ziehverhältnis bezeichnet die Kennzahl aus Platinen- und Stempelabmessung, die beschreibt, wie stark ein Teil in einem Zug umgeformt wird. Je größer der Zuschnitt im Verhältnis zum Stempel, desto mehr Material muss einlaufen und desto anspruchsvoller ist die Operation.

Aussage

Die Kennzahl ist am rotationssymmetrischen Napf definiert, wo sie sich unmittelbar aus den beiden Durchmessern ergibt. Sie macht anschaulich, worauf es beim Ziehen ankommt: Alles Material, das in die Form gelangt, muss über die Ziehkante gezogen werden, und die dafür nötige Kraft trägt die bereits eingezogene Zarge.

Grenze

Ab einem bestimmten Verhältnis übersteigt die erforderliche Zugkraft die Tragfähigkeit der Zarge, und das Bauteil reißt. Wo diese Grenze liegt, hängt vom Werkstoff ab. Wird sie überschritten, wird die Umformung auf mehrere Stufen verteilt – einer der Gründe für eine mehrstufige Operationsfolge.

Grenzen der Übertragbarkeit

Reale Karosserieteile sind nicht rotationssymmetrisch. Die Kennzahl bleibt dort ein Anhaltspunkt für die Schwierigkeit der Aufgabe, ersetzt aber keine Betrachtung des tatsächlichen Materialflusses.

Verwandt: Platinenermittlung · Zarge

Weiterführende Literatur