methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Aluminium in der Karosserie

Aluminiumbleche wiegen bei gleichem Volumen rund ein Drittel dessen, was Stahl wiegt. Umgeformt werden sie nach denselben Prinzipien, verhalten sich dabei aber deutlich anders. Eine Methode, die für Stahl ausgelegt wurde, lässt sich nicht einfach übertragen.

Die Legierungsgruppen

5xxx – Aluminium-Magnesium
Nicht aushärtbar, gut umformbar, fest genug für Innenteile und Strukturbleche. Nachteil für Sichtflächen: Beim Umformen können Fließfiguren entstehen, die nach dem Lackieren sichtbar bleiben.
6xxx – Aluminium-Magnesium-Silizium
Aushärtbar: Die endgültige Festigkeit entsteht erst bei der Wärmebehandlung, in der Praxis beim Einbrennen des Lacks. Umgeformt wird im weicheren Zustand. Die übliche Wahl für Außenhautteile, weil die Oberfläche ruhig bleibt.
7xxx – Aluminium-Zink
Die höchsten Festigkeiten, dafür kaum tiefziehfähig. Im Karosseriebau eher als Strangpressprofil oder Schmiedeteil anzutreffen als im Blechbereich.

Was im Prozess anders läuft

Folgen für das Werkzeug

Ein Werkzeug, das für Stahl gebaut wurde, lässt sich für Aluminium nicht einfach weiterverwenden. Weil der Werkstoff weicher ist, sind die Umformkräfte geringer. Die Wirkflächen müssen aber feiner bearbeitet sein, weil sich jede Unebenheit stärker abzeichnet, und die Ziehanlage muss auf das veränderte Fließverhalten hin neu ausgelegt werden.

Im Presswerk kommt die saubere Trennung von Stahl und Aluminium hinzu: Gerät Eisenabrieb über Werkzeuge oder Transportbänder auf Aluminiumbleche, droht Kontaktkorrosion und die Oberfläche wird geschädigt. Ebenso muss der Beschnittschrott sortenrein getrennt bleiben, weil Stahlanteile das Wiedereinschmelzen des Aluminiumschrotts entwerten. Das betrifft Anlagenplanung und Logistik stärker als die Methodenplanung, ist in gemischten Presswerken aber eine feste Randbedingung.

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Weiterführende Literatur