methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Presshärtstahl

Presshärtstähle, international als Press Hardening Steel (PHS) geführt, sind für das Presshärten ausgelegte Vergütungsstähle. Im Anlieferungszustand besitzen sie eine moderate Festigkeit, werden nach dem Austenitisieren im heißen Zustand umgeformt und erreichen ihre Endfestigkeit durch die anschließende Abschreckhärtung im Werkzeug.

Werkstoffaufbau und Gefügeumwandlung

Werkstoffseitig handelt es sich um borlegierte Mangan-Bor-Stähle; der bekannteste Vertreter ist 22MnB5. Kohlenstoff und Mangan bestimmen die erreichbare Härte des Martensits, während die geringe Zugabe von Bor die Umwandlung in weichere Gefügebestandteile (Ferrit und Perlit) verzögert. Dadurch genügt bereits die Wärmeabfuhr über die gekühlten Werkzeugflächen, um das austenitisierte Blech vollständig martensitisch umzuwandeln.

Während der Stahl bei Raumtemperatur nur begrenzte Dehnung zulässt, weist er im austenitischen Zustand bei Ofentemperatur ein hohes Umformvermögen und geringe Fließspannungen auf. So lassen sich crashrelevante Strukturbauteile wie A- und B-Säulen, Dachrahmen oder Schwellerverstärkungen fertigen, die kalt nicht mehr formbar oder wegen starker Rückfederung nicht maßhaltig herstellbar wären.

Oberflächenbeschichtungen

Unbeschichteter Stahl verzundert im Ofen bei Kontakt mit Luftsauerstoff. Die harte Zunderschicht erhöht den Werkzeugverschleiß und muss nach dem Pressen durch Strahlen entfernt werden, bevor das Bauteil geschweißt oder lackiert werden kann. In der Großserie werden deshalb überwiegend vorbeschichtete Bänder eingesetzt:

Aluminium-Silizium-Beschichtung (AS / AlSi)
Die am weitesten verbreitete Ausführung für das direkte Presshärten. Beim Erwärmen im Ofen diffundiert Eisen aus dem Grundwerkstoff in die Auflage und bildet eine temperaturbeständige Eisen-Aluminium-Silizium-Schicht, die vor Verzunderung schützt. Dafür verlangt sie eine genaue Einhaltung von Aufheizdauer und Ofentemperatur, damit die Schicht schweißbar und haftfest entsteht.
Zinkbasierte Beschichtung (GI / GA)
Bietet im Unterschied zu AlSi aktiven kathodischen Korrosionsschutz, wie er an korrosionsbelasteten Fahrwerks- oder Unterbodenbauteilen gefragt ist. Bei direkter Warmumformung besteht jedoch die Gefahr von flüssigmetallinduzierter Rissbildung durch flüssiges Zink unter Zugspannung. Zinkbeschichtete Stähle werden daher häufig im indirekten Verfahren verarbeitet oder unter eng geführten Temperaturfenstern umgeformt.

Besonderheiten in der Verarbeitung

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Weiterführende Literatur