methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Schieber

Schieber (im Werkzeugbau meist als Keilschieber ausgeführt) sind bewegliche Werkzeugeinheiten, die die senkrechte Hubbewegung der Presse über schräge Gleitflächen in eine seitliche oder schräge Arbeitsbewegung umlenken.

Wann sie eingesetzt werden

Räumlich geformte Karosserieteile besitzen häufig Konturen, Flansche oder Lochbilder, die zur Pressenrichtung geneigt sind oder im Hinterschnitt liegen. Da ein Schnitt oder ein Umformvorgang möglichst senkrecht zur jeweiligen Bauteilfläche erfolgen soll, lassen sich solche Partien aus der reinen Abwärtsbewegung des Stößels nicht erreichen. Ein Schieber übersetzt den Hub örtlich in die benötigte Arbeitsrichtung und fährt beim Öffnen des Werkzeugs über Rückstellfedern oder Gasdruckfedern wieder zurück, damit das Bauteil entnommen werden kann.

Einfluss auf die Methodenplanung

Jeder Schieber benötigt Bauraum für Führung, Treibkeil und Rückstellung, verteuert das Werkzeug und bringt zusätzliche Verschleiß- und Abstimmflächen in den Prozess. In der Operationsfolge wird die Zieh- und Einbaulage eines Bauteils deshalb von Beginn an so gewählt, dass möglichst viele Schnitte und Nachformungen im direkten Pressenhub machbar sind und Schieber auf das technisch notwendige Maß begrenzt bleiben.

Verwandt: Beschneiden · Operationsfolge

Weiterführende Literatur