methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Schnittgrat

Schnittgrat bezeichnet den scharfkantigen Materialüberstand, der beim Scherschneiden und Beschneiden am Ende des Trennvorgangs an der Bauteilkante zurückbleibt, wenn der Werkstoff abreißt.

Wie er entsteht

Jede geschobene Schnittkante besteht aus Kanteneinzug, Glattschnittanteil, Bruchfläche und einem kleinen Gratansatz auf der Austrittsseite des Risses. Solange die Schneidkanten scharf sind und der Schneidspalt stimmt, bleibt dieser Überstand minimal. Stumpfen die Schneidleisten im Serienbetrieb ab oder weicht der Schneidspalt örtlich auf, reißt das Material später ab und zieht eine deutlich fühlbare, scharfe Kante aus.

Bedeutung für Folgeoperationen und Abnahme

Übermäßiger Schnittgrat stört in mehrfacher Hinsicht: Er gefährdet die Handhabung, hinterlässt Abdrücke in den Folgewerkzeugen, beeinträchtigt die Spaltmaße beim Fügen und begünstigt Kantenrisse, wenn der beschnittene Rand anschließend beim Abstellen oder Bördeln gedehnt wird. Die Gratfreiheit der Schnittkanten gehört deshalb zu den festen Prüfpunkten jeder Werkzeugabnahme.

Verwandt: Schneidspalt · Abstellen und Bördeln

Weiterführende Literatur