methodenplanung.de Fachglossar zur Methodenplanung in der Blechumformung

Tragbild

Tragbild bezeichnet das Abdruckmuster auf den Wirkflächen eines Umformwerkzeugs oder auf dem eingelegten Blech nach dem Schließen der Presse. Es macht sichtbar, welche Flächenbereiche unter Last tatsächlich anliegen und Kraft übertragen.

Aussagekraft am Ziehwerkzeug

Erzeugt wird das Tragbild durch Tuschieren: Eine dünn aufgetragene Farbe überträgt sich beim Schließen nur dort auf die Gegenfläche, wo beide Werkzeugteile oder Werkzeug und Blech Kontakt haben. Besonders am Niederhalter zeigt das Tragbild sofort, ob die Klemmung rund um das Bauteil gleichmäßig wirkt oder ob einzelne Zonen zu stark tragen und Nachbarbereiche frei bleiben.

Ruhezustand und Prozesszustand

Ein Tragbild am geschlossenen Werkzeug im unteren Totpunkt bildet zunächst den statischen Zustand ab. Während des Ziehens verändert sich jedoch die Blechdicke: Im einlaufenden Flansch dickt das Material durch die Umfangsstauchung auf, während stark gestreckte Zonen dünner werden. Die Niederhalterflächen werden deshalb beim Einarbeiten so abgestimmt, dass das Tragbild unter den tatsächlichen Bedingungen des Probezugs gleichmäßig trägt.

Verwandt: Tuschieren · Wirkfläche · Niederhalter

Weiterführende Literatur