Der Methodenplan
Der Methodenplan ist das Dokument, in dem die Entscheidungen der Methodenplanung festgehalten werden. Er beschreibt, in welchen Schritten ein Blechteil entsteht, und dient Werkzeugkonstruktion, Arbeitsplanung und Kalkulation als gemeinsame Arbeitsgrundlage.
Was darin steht
Der Aufbau ist nicht genormt und unterscheidet sich von Haus zu Haus. Die Inhalte sind jedoch weitgehend dieselben:
- Bauteilangaben. Bezeichnung, Datenstand, Werkstoff und Ausgangsdicke. Vor allem der dokumentierte Datenstand stellt sicher, dass alle beteiligten Abteilungen auf derselben Geometriegrundlage arbeiten.
- Ziehrichtung. Die folgenreichste einzelne Festlegung, meist mit Begründung, weil sie später oft hinterfragt wird.
- Operationsfolge. Welche Stufe was herstellt, in welcher Reihenfolge und mit welchem Verfahren. Siehe Operationsfolge.
- Darstellung je Operation. Für jede Stufe der Zustand des Teils davor und danach, meist als Schnitt oder Ansicht, oft mit Kennzeichnung der Schnitt- und Umformbereiche.
- Platine. Umriss und Abmessung des Zuschnitts, Art der Herstellung und die Lage im Band. Siehe Platinenermittlung.
- Angaben zur Ziehanlage. Verlauf der Ziehkante, Lage der Sicken, Abgrenzung der Niederhalterfläche.
- Handhabung. Wie das Teil zwischen den Stufen aufgenommen, transportiert und abgelegt wird, und über welche Flächen es dabei positioniert ist.
- Besonderheiten. Schieber, Keilschieber, geteilte Niederhalter, gezielt weiche Bereiche beim Presshärten und alles andere, was vom Regelfall abweicht.
Wer damit arbeitet
- Werkzeugkonstruktion
- Entnimmt dem Plan, wie viele Werkzeuge mit welchen Funktionen zu konstruieren sind und wo Schieber Bauraum beanspruchen.
- Arbeitsplanung und Fertigung
- Leitet ab, wie viele Pressenstufen gebraucht werden, wie das Teil transportiert wird und welche Taktzeit erreichbar ist.
- Kalkulation
- Rechnet aus Stufenzahl, Platinengröße und Materialausnutzung die Teilekosten. Jede zusätzliche Operation und jedes Quadratzentimeter Verschnitt schlagen hier unmittelbar durch.
- Einkauf und Angebotsphase
- Nutzt den Plan als Grundlage für Anfragen an Werkzeuglieferanten. In dieser Phase ist er oft das einzige Dokument, das den Fertigungsweg beschreibt.
Pflege über die Projektlaufzeit
Ein Methodenplan gibt immer den aktuellen Planungsstand wieder. Da sich Zusatzform, Platinenzuschnitt oder Stufenzahl während der Simulationsschleifen noch ändern können, muss das Dokument bei relevanten Änderungen nachgezogen werden, damit nachgelagerte Stellen nicht auf einem veralteten Stand aufbauen.
Besonders hilfreich ist es, neben dem jeweiligen Bauteil-Datenstand auch die Gründe für zentrale Festlegungen wie Ziehrichtung oder Schiebereinsatz kurz festzuhalten. So bleibt im weiteren Projektverlauf nachvollziehbar, warum eine bestimmte Lösung gewählt wurde.
Weiterlesen
- Operationsfolge – der Kern dessen, was der Plan beschreibt
- Prozesskette: vom Datenstand zum Serienwerkzeug – wann der Plan entsteht
- Schnittstellen zu Konstruktion, Simulation und Werkzeugbau – wer ihn weitergibt und wer ihn braucht
- Ziehanlage – die Geometrie, die er festlegt